
Beitrag von PapaSchlumpfig
===>“Lies, bitte immer das was ich meine, – nicht – das was ich schreibe.“ <===
Neben dem betreiben dieses Blogs und der Fotografie mag ich auch das BBQ und die Technik. Zudem bin ich ein reisender im Cyberspace, Kaffeesüchtig, Serien & Filmjunkie, schüchtern und kämpfe täglich gegen das Chaos in meinem Kopf an.
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Heute ist wieder Black Friday. Der Tag, an dem angeblich alles günstiger, alles besser und alles „nur heute“ zu haben ist. Ich sitze hier mit meinem Kaffee, wie jedes Jahr, und scrolle durch die Angebote – und wieder überkommt mich dieses seltsame Gefühl. Irgendetwas stimmt hier nicht.
Die Preise, die ich schon vor Wochen beobachtet habe, sind plötzlich „reduziert“ – aber in Wirklichkeit teurer als damals. Produkte, die ich im Oktober z.b. für 89 € gesehen habe, kosten heute „minus 40 %“ und liegen bei 109 €. Ich muss lachen, aber eigentlich ist mir gar nicht danach. Es ist dieses dumpfe Gefühl, hinters Licht geführt zu werden – und gleichzeitig zu wissen, dass man nicht der Einzige ist.
Der große Black-Friday-Schwindel
Vielleicht kennst du das auch: Du freust dich tagelang auf den einen Deal, klickst dich endlich durch – und stellst fest, dass der „Rabatt“ nur eine hübsche Illusion ist. Die Shops spielen mit unseren Erwartungen, mit unseren Emotionen, mit dem kleinen Kick, ein Schnäppchen zu machen.
Und ehrlich? Sie machen es verdammt geschickt.
Minus 60 % – das klingt nach Erfolg, nach Belohnung. Doch oft ist es nur ein Etikett, hinter dem sich das Gegenteil versteckt. Preis vorher hoch, Rabatt drauf, fertig. Es ist, als würde man einen Kuchen anpreisen, der nur zur Hälfte aus Zucker besteht – und die andere Hälfte aus Luft.
Ich merke gerade, wie enorm mich das ärgert. Nicht nur, weil es ums Geld geht, sondern weil es ein Gefühl von Ehrlichkeit total zerstört.
Vom Sparen zur Selbsttäuschung
Heute habe ich beschlossen, nicht mehr mitzuspielen. Ich wollte ursprünglich nur ein paar Dinge ersetzen – Kopfhörer, vielleicht ein neues Parfume. Stattdessen habe ich mir heute ein anderes Geschenk gemacht: Ruhe. Keine Tabs mit Preisen, keine blinkenden „Nur heute!“-Schilder.
Ich habe gemerkt, wie befreiend das ist.
Denn dieser Tag, der uns angeblich zum Sparen verführt, macht uns in Wahrheit oft ärmer – nicht unbedingt finanziell, sondern innerlich. Wir verlieren das Vertrauen, den klaren Blick. Wir lassen uns einreden, dass wir etwas verpassen, wenn wir nicht kaufen.
Aber was wir verpassen, ist vielleicht viel wertvoller: das Gefühl, selbst zu entscheiden, wann und warum wir etwas wollen.
Hinter den Kulissen
Man vergisst leicht, dass hinter diesem Wahnsinn Menschen stehen – die in Lagern schuften, Pakete verpacken, Retouren prüfen. All das für ein System, das sich selbst überholt hat.
Wenn ich heute an sie denke, wird mir bewusst, dass diese Rabattschlacht einen hohen Preis hat, den keiner auf den Etiketten sieht.
Vielleicht ist das der eigentliche „Black“ an diesem Freitag: nicht die Farbe der Werbung, sondern die Schattenseite eines/unseres Konsumrausches, der jedes Jahr immer größer wird.
Ein ehrlicher Freitag
Ich nenne den heutigen Tag für mich nicht mehr „Black Friday“.
Für mich ist es ein ehrlicher Freitag. Ein Tag, an dem ich bewusst nicht kaufe. An dem ich mir bewusst mache, dass „billiger“ oft das Gegenteil von „wertvoll“ bedeutet.
Vielleicht ist das die kleine Rebellion, die wir alle brauchen.
Ein Klick weniger, ein bisschen mehr Bewusstsein. Ein leises „Nein“ inmitten all der blinkenden Banner, die „JETZT!“ schreien.
Und weißt du was? Es fühlt sich richtig gut an.
Denn manchmal ist das größte Schnäppchen des Tages einfach, nichts zu kaufen – und trotzdem reich zu bleiben.