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Blog - Schlumpfenhausen

"Schlumpfenhausen – klein, blau, wunderbar verrückt!"

Die große WordPress-Lüge: Warum „einfach“ manchmal verdammt kompliziert ist

rené wehde

Beitrag von PapaSchlumpfig

===>“Lies, bitte immer das was ich meine, – nicht – das was ich schreibe.“ <===

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WordPress ist kinderleicht –
aber das Kleingedruckte
kann dich teuer zu stehen kommen

Was mir damals niemand gesagt hat, und was du unbedingt wissen solltest, bevor du deinen Blog live schaltest.

Ich erinnere mich noch genau an den Abend, an dem ich meinen ersten WordPress-Blog gestartet habe. Es war ein Dienstagabend, draußen regnete es, ich saß mit einem großem Becher Kaffee am Schreibtisch – und ca. drei Stunden später war mein Blog online. Drei Stunden! Ich war schon etwas stolz auf mich. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Die eigentliche Arbeit hatte gerade erst begonnen. Und sie hatte eigentlich so garnichts mit Blog Beiträgen oder Fotos zu tun.

Warum WordPress wirklich so einfach ist

Lass mich ehrlich mit dir sein: WordPress hat mich damals fast erschlagen – im positiven Sinne. Ich bin kein Entwickler, kein Webdesigner, ich habe keine Ahnung von Serverstrukturen oder Datenbankabfragen. Und trotzdem hatte ich in wenigen Stunden eine funktionierende Website, die tatsächlich gut aussah.

Der Prozess ist mittlerweile wirklich barrierefrei: Du buchst ein günstiges Webhosting-Paket – viele Anbieter wie Ionos, All-Inkl oder Strato bieten WordPress als Ein-Klick-Installation an. Du gibst deinen Wunschnamen für die Datenbank ein, klickst auf „Installieren“, und wenige Minuten später begrüßt dich das WordPress-Dashboard. Fertig. Kein FTP-Upload, kein manuelles Einrichten von MySQL-Datenbanken, kein Konfigurationsdatei-Gefrickel.

Dann wählst du ein Theme – also ein Design. Es gibt tausende davon, viele kostenlos, viele wunderschön. Du installierst es mit einem Klick, passt Farben und Schriften an, lädst dein Logo hoch, und schon sieht dein Blog aus wie eine professionelle Website. Das alles ohne eine einzige Zeile Code zu schreiben.

💡 Meine Erfahrung

Für unseren Blog hier habe ich das kostenpflichtige Theme „Astra Pro“ verwendet, dazu das Plugin „Spectra Pro“ für den visuellen Seitenaufbau. Beides zusammen ist auch für absolute Anfänger in einem Nachmittag erlernbar – und das Ergebnis hier auf dem Blog sieht wirklich professionell aus (denke ich zumindest).

Auch das Befüllen mit Inhalten ist denkbar simpel. Du klickst auf „Neuer Beitrag“, schreibst deinen Text, fügst Bilder ein, wählst eine Kategorie – und veröffentlichst. Der Block-Editor von WordPress (intern „Gutenberg“ genannt) funktioniert ähnlich wie ein modernes Textverarbeitungsprogramm. Du siehst sofort, wie dein Artikel später aussehen wird. Keine Überraschungen.

„Ich dachte wirklich, das Schwerste sei vorbei, als mein erster Artikel online war. Dabei hatte ich das Wichtigste noch gar nicht angepackt.“

Und dann kam die Realität – das rechtliche Erwachen

Ein paar Wochen nach meinem Start las ich in einer Blogger-Facebook-Gruppe einen Beitrag, der mich beinahe vom Stuhl gehauen hat. Eine Bloggerin hatte eine Abmahnung erhalten. Kosten: über 1.000 Euro. Grund: fehlendes oder fehlerhaftes Impressum/Datenschutzerklärung. Ich öffnete sofort meinen Blog in einem anderen Tab – und mir wurde flau im Magen. Ich hatte mir zwar ein Impressum & eine Datenschutzerklärung von einem kostenlosen Generator erstellen lassen und gedacht, das reiche. Auch das man einen Cookie Banner zwingend brauch, sagte und wusste ich nicht, geschweige denn wie man so etwas rechtskonform einrichtet/einbindet.

Es reicht nicht. Und das ist erst der Anfang. Was mir damals niemand gesagt hatte – kein Tutorial, kein YouTube-Video, keine Anleitung – ist, dass ein deutschsprachiger Blog nicht nur ein kreatives Projekt ist, sondern auch ein Rechtssubjekt. Mit Pflichten, die du kennen musst, bevor du auf „Veröffentlichen“ drückst.

⚠️ Warnung In Deutschland gibt es eine aktive Abmahnindustrie, die gezielt nach Verstößen auf Websites sucht – gerade auch bei kleinen, privaten Blogs. Die Kosten einer Abmahnung können schnell mehrere hundert bis über tausend Euro betragen. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

Das Impressum: Pflicht, nicht Kür

Starten wir mit dem Offensichtlichsten. Wenn du in Deutschland, Österreich oder der Schweiz einen Blog betreibst, der über rein private Kommunikation hinausgeht – und das tut er, sobald du Kommentare erlaubst, Werbung schaltest oder regelmäßig Inhalte für andere veröffentlichst – brauchst du ein Impressum. Und zwar ein vollständiges.

Was da rein muss: dein vollständiger Name (kein Nickname!), deine vollständige Anschrift (Postfach reicht nicht), eine E-Mail-Adresse, und ggf. Telefonnummer. Das Impressum muss von jeder Seite deines Blogs aus in maximal zwei Klicks erreichbar sein – am besten über einen Link im Header oder Footer.

  • Nur Vorname und Nachname reichen nicht – vollständige Adresse ist Pflicht
  • Ein „Kontaktformular“ ersetzt keine E-Mail-Adresse im Impressum
  • Das Impressum versteckt im Fließtext einer Unterseite ist ein Verstoß
  • Ein veraltetes Impressum (alte Adresse) kann ebenfalls abgemahnt werden

Datenschutzerklärung: Seit DSGVO kein Spaß mehr

Spätestens seit dem 25. Mai 2018 – dem Tag, an dem die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft trat – ist eine vollständige, aktuelle Datenschutzerklärung für jeden Website-Betreiber Pflicht. Und „vollständig“ bedeutet: wirklich vollständig.

Konkret musst du erklären, welche Daten du erhebst, zu welchem Zweck, auf welcher Rechtsgrundlage, wie lange du sie speicherst, und welche Rechte deine Besucher haben. Das klingt abstrakt – aber es wird sehr konkret, sobald du anfängst, dir zu überlegen, was dein WordPress-Blog alles im Hintergrund tut.

  • WordPress speichert bei Kommentaren IP-Adressen – das muss erwähnt werden
  • Google Analytics oder ähnliche Tracking-Tools erfordern eigene Abschnitte und Opt-in
  • Eingebettete YouTube-Videos laden Google-Cookies – auch das ist meldepflichtig
  • Ein Kontaktformular (z.B. über das Plugin Contact Form 7) überträgt Daten an Server
  • Google Fonts, die von Google-Servern geladen werden, übermitteln IP-Adressen an die USA
  • Jedes Social-Media-Button lädt Tracking-Skripte von Drittanbietern

Diesen letzten Punkt – Google Fonts – hat übrigens ein Münchner Gericht im Jahr 2022 als DSGVO-Verstoß eingestuft und einen Schadensersatz von 100 Euro zugesprochen. Klingt wenig, aber stell dir vor, hundert Abmahnungen kommen gleichzeitig. Das ist nämlich tatsächlich passiert, jedenfalls kann ich mich noch daran erinnern.

Cookies & Consent: Das lästige Banner hat seinen Grund

Du kennst sie, ich kenne sie, wir alle nerven uns darüber: Cookie-Banner. Aber sie sind nicht optional. Sobald dein Blog Cookies setzt, die über das technisch Notwendige hinausgehen – also Tracking-Cookies, Marketing-Cookies, Analyse-Cookies – musst du die Zustimmung deiner Besucher einholen, bevor diese Cookies gesetzt werden. Nicht danach. Vorher.

Das bedeutet: Ein vorab angehakter Zustimmungs-Checkbox ist ungültig. Ein Banner, das nur „OK“ anbietet, aber kein „Ablehnen“, ist ungültig. Und wer gar kein Banner hat, aber Cookies setzt, spielt mit dem Feuer.

💡 Praktischer Tipp Für WordPress gibt es gute, DSGVO-konforme Consent-Management-Plugins, z.B. den Real Cookie Banner (verwenden wir selbst in der Pro Version), Complianz oder Borlabs Cookie.

Urheberrecht: Die Bilderfalle

Das ist der Bereich, in dem die meisten Blogger – die teuersten Fehler machen. Du schreibst einen Artikel über Herbst-Rezepte, suchst bei Google ein schönes Kürbisfoto, speicherst es und lädst es in deinen Blog. Fertig, oder?

Nein. Das ist eine Urheberrechtsverletzung. Jedes Foto im Internet ist urheberrechtlich geschützt, es sei denn, es ist explizit als „Creative Commons“ oder „Public Domain“ freigegeben. Und selbst da gibt es Nutzungsbedingungen, die du einhalten musst (z.B. Nennung des Fotografen). Wir selbst verwenden hier im Blog KI erstellte Bilder oder nur eigene Aufnahmen von Smartphone oder unserer Sony A7 III.

  • Google-Bildersuche ist keine Quelle für lizenzfreie Fotos
  • Auch Fotos, die „schon überall im Netz“ zu finden sind, sind nicht frei nutzbar
  • Screenshots von anderen Websites können ebenfalls urheberrechtlich geschützt sein
  • Logos, Markenzeichen und Produktbilder unterliegen gesondertem Schutz
  • Unsplash, Pexels und Pixabay bieten wirklich kostenlose, lizenzfreie Fotos
  • Adobe Stock, Shutterstock etc. bieten gegen Gebühr rechtssichere Lizenzen
  • Eigene Fotos sind immer die sicherste Option
  • KI-generierte Bilder (z.B. Midjourney) – je nach Anbieter-AGB rechtlich nutzbar

Affiliate-Links & Werbung: Kennzeichnungspflicht!

Viele Blogger starten irgendwann mit Affiliate-Marketing – du verlinkst auf Amazon oder andere Shops, und bekommst eine kleine Provision, wenn jemand über deinen Link kauft. Klingt harmlos. Ist es auch – solange du es kennzeichnest.

Werbliche Inhalte, Produktempfehlungen gegen Bezahlung, gesponserte Beiträge und Affiliate-Links müssen in Deutschland klar und unmissverständlich als Werbung oder Anzeige gekennzeichnet werden. Der Begriff „Werbung“ oder „Anzeige“ muss dabei gut sichtbar – also nicht im Kleingedruckten am Seitenende – erscheinen.

⚠️ Echtes Risiko Versteckte Werbung, also nicht als solche gekennzeichnete Affiliate-Links oder Sponsored Posts, ist ein Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Influencer und Blogger wurden dafür bereits mit empfindlichen Geldstrafen belegt.

✦ Fazit bisher: ✦
Ihr seht also, jemand der einfach mal nur so einen Blog betreiben möchte um Erinnerungen etc. mit der Familie oder Freunden teilen möchte, ist das am Ende des Tages gar nicht so einfach wie man vielleicht denkt.

✦ Meine Empfehlung

eRecht24 – Ein Retter in der Rechtsnot

Als ich all das herausfand, war ich ehrlich gesagt überfordert. Ich bin kein Jurist und will auch keiner sein. Ich wollte doch einfach nur bloggen. Und genau hier kam eRecht24 nach etwas Recherche ins Spiel – und ich bin bis heute dankbar dafür.

eRecht24 ist eine deutsche Plattform von Rechtsanwalt Sören Siebert, die sich seit Jahren darauf spezialisiert hat, Website-Betreibern und Bloggern das Thema Online-Recht verständlich zu erklären – und vor allem: praktische Lösungen anzubieten.

Das Herzstück für Blogger ist der Datenschutz-Generator und der Impressums-Generator. Du gibst deine Daten ein, wählst aus, welche Tools und Plugins du verwendest, und eRecht24 generiert dir automatisch eine rechtssichere Datenschutzerklärung und ein korrektes Impressum – in verständlichem Deutsch. Das alles sogar in der kostenlosen Grundversion.

Mit dem Premium-Account bekommst du außerdem: automatische Aktualisierungen deiner Datenschutzerklärung bei Gesetzesänderungen, einen integrierten Consent-Manager (Cookie-Banner), rechtssichere Muster-Texte für AGB, Widerrufsbelehrungen und vieles mehr, sowie Zugang zu einem umfangreichen Rechtsratgeber speziell für Website-Betreiber.

Was ich besonders schätze: eRecht24 erklärt nicht nur, was du tun musst – sie erklären auch warum. Das hat mir geholfen, die Materie etwas besser zu verstehen, anstatt blind irgendwelche Texte zu kopieren, die ich gar nicht einordnen konnte. Die Website findet ihr unter www.e-recht24.de.

Checkliste: Was du vor dem ersten Post erledigen solltest

Damit du nicht in dieselben Fettnäpfchen trittst, hier meine persönliche Startcheckliste:

  • Vollständiges, rechtssicheres Impressum erstellen (z.B. mit eRecht24) und verlinken
  • DSGVO-konforme Datenschutzerklärung erstellen, die alle eingesetzten Tools abdeckt
  • Cookie-Consent-Banner einrichten, der vor dem Setzen von Cookies erscheint
  • Google Fonts lokal hosten statt von Google-Servern laden
  • Nur lizenzfreie Bilder aus vertrauenswürdigen Quellen verwenden
  • Affiliate-Links und Werbung klar kennzeichnen – oder erst gar keine Werbung machen
  • Kommentarfunktion: Hinweis auf Datenspeicherung einblenden
  • SSL-Zertifikat aktivieren (HTTPS statt HTTP) – sollte heute eigentlich Standard sein
  • Regelmäßig prüfen, ob neue Plugins oder Tools Änderungen an der Datenschutzerklärung erfordern

Mein persönliches Fazit

WordPress zu installieren und mit Inhalten zu füllen ist wirklich so einfach, wie alle sagen. Daran hat sich nichts geändert, und es wird auch nicht schwieriger werden. Die Technik ist heute so ausgereift, dass buchstäblich jeder in wenigen Stunden eine professionell aussehende Website aufbauen kann.

Aber die Rechtsseite – die gehört genauso dazu. Und die ignoriert zu haben, wäre mir bestimmt beinahe selbst teuer zu stehen gekommen. Ein Blog, der nicht rechtssicher ist, ist wie ein Auto ohne TÜV: Es fährt, ja. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis du angehalten wirst.

Mein Rat: Nimm dir die Zeit, die rechtlichen Grundlagen einmal ordentlich zu erledigen. Mit Tools wie eRecht24 ist das kein wochenlanger Kraftakt mehr, sondern an einem Nachmittag erledigt. Danach kannst du dich guten Gewissens auf das konzentrieren, wofür du eigentlich gestartet bist: schreiben, teilen, verbinden.

Und wenn doch mal eine Unsicherheit auftaucht – trau dich, einen echten Anwalt zu fragen. Eine einmalige Beratungsstunde kostet weit weniger als eine Abmahnung.

In diesem Sinne: Viel Erfolg mit deinem Blog. Du schaffst das. Und jetzt weißt du auch, worauf du achten musst.

Hinweis:
Dieser Artikel gibt persönliche Erfahrungen und allgemeine Informationen wieder und stellt keine Rechtsberatung dar. Bei konkreten rechtlichen Fragen wende dich bitte an einen zugelassenen Rechtsanwalt.

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